Ratgeber

Wassersäule/Atmungsaktivität:

Wasserdichte und Atmungsaktive Funktionsbekleidung besitzt meist eingearbeitete Membranen
(wie z.B. Gore-Tex oder Sympatex).
Die Hersteller geben oft diverse Zahlenangaben (z.B. Wassersäule 10.000 mm, Atmungsaktivität: 8.000 grs/m²/24 hrs)als Qualitätsmerkmal an.

Die Wassersäule wird meist in „mm Wassersäule“ angegeben. Dabei wird der Wasserdruck gemessen, der auf die eingearbeitete Membran ausgeübt werden kann, ohne das Wasser sie durchdringt.

Ein klassisches Beispiel: Eine Skijacke mit 10.000 mm Wassersäule
Stell dir eine Wassersäule von 10 m Höhe vor. Diesem Wasserdruck hält die Skijacke stand ohne das Wasser sie durchdringt. Ist der Druck höher, durchdringt das Wasser die Membran, ist er niedriger ist die Jacke absolut Wasserdicht.

Die Atmungsaktivität bezeichnet die Fähigkeit Wasserdampf entweichen zu lassen.
Dabei wird gemessen wie viel Gramm Wasserdampf innerhalb von 24 Stunden durch einen Quadratmeter Funktionsmembran entweichen kann (grs/m²/24 hrs).
Je höher dieser Wert ist, umso mehr Feuchtigkeit wird abtransportiert und umso trockener und wärmer fühlt sich dein Körper an.

Eine gute Funktionsmembran besitzt unzählige mikroskopisch kleine Poren die Wasserdampf hindurch lassen aber klein genug sind um Wassertropfen von außen nicht nach innen zu lassen.

 

Schematische Darstellung von Funktionsbekleidung und ihrer Funktionen:

Doch was bedeutet das für dich?
Was ist für welchen Verwendungszweck sinnvoll?
In was musst du investieren um gut geschützt zu sein?

Generell gilt ein Stoff ab einer Wassersäule von 1300 mm als wasserdicht.
Da du dich aber bei deinen sportlichen Aktivitäten auch einmal hinkniest, hinsetzt, hinfällst oder dich abstützt, übst du allein durch dein eigenes Körpergewicht schnell einen höheren Druck auf die Membran deiner Bekleidung aus. So kann es passieren, dass bei zu niedrigen Wassersäulen doch das Wasser durch den Stoff „gedrückt“ wird.

Speziell bei Profisportlern, Kindern und auch bei Anfängern im Wintersport sollte auf eine bessere Funktion geachtet werden, da der Kontakt mit Schnee dort am häufigsten vorkommt.

Gehörst du zu den Profis, dann solltest du außerdem auf eine hohe Atmungsaktivität Wert legen, denn dann bewegst du dich aktiver und schwitzt dadurch auch mehr.

Höhere funktionelle Werte (gute Membranen mit zum Beispiel 20.000 mm Wassersäule, voll verschweißten Nähte und sehr guter Atmungsaktivität) gehen meist auch mit höheren Kosten einher.

Das ist wie beim Trabi und Ferrari, die kann man auch nicht vergleichen.

Aus diesem Grund sollte man gut abwägen was man wirklich benötigt.

Willst du eine ausreichende hohe Funktion zu einem vernünftigen Preis, dann sind generell Wassersäulen oberhalb von 5.000 mm zu empfehlen.

Als „normaler“ Nutzer wählst du im Idealfall eine Wassersäule zwischen 8.000 mm und 10.000 mm. Liegt dann auch noch die Atmungsaktivität zwischen 8.000 und 10.000 grs/m²/24 hrs bist du auf der sicheren Seite.

 

Funktionstextilien

Dabei handelt es sich um spezielle Bekleidung mit folgenden Eigenschaften:

  • Wasserabweisend / Wasserdicht
  • Atmungsaktiv
  • Winddicht
  • Erhaltung der Körperwärme (thermoregulierend)
  • Schmutzabweisend
  • elastisch
  • schnell trocknend
  • antimikrobiell
  • Schutz vor diversen Wetter- und Umwelteinflüssen

Du erkennst diese Textilien an speziellen schnell trocknenden Materialien, Verwendung von Fleece, eingearbeiteten Funktionsmembranen (wie z.B. Gore-Tex, Sympatex oder eVent), Angabe einer Wassersäule oder der Atmungsaktivität, eingearbeiteten Windstoppern und verschweißten Nähten.

Benötigt werden diese Textilien um dich unter anderem beim Skifahren, Snowboardfahren, Langlauf, Radsport, Wandern und diversen anderen Outdoor – Aktivitäten oder im Bereich der Arbeitsbekleidung optimal zu schützen oder dir den bestmöglichen Tragekomfort zu bieten.
Empfehlenswert ist es, wenn du diese Kleidungsstücke nach dem sogenannten Zwiebelschalenprinzip trägst.
Dabei solltest du mehrere Schichten Funktionsbekleidung übereinander tragen (z.B. Skiunterwäsche,
Fleecepullover, Skijacke). Wenn du darauf achtest, dass alle Kleidungsschichten funktionell perfekt miteinander harmonieren, halten sie deinen Körper warm und trocken.

Bitte vermeide unbedingt Kleidungsstücke aus Baumwolle unter atmungsaktiver Kleidung zu tragen. Da Baumwolle die Körperfeuchtigkeit speichert und nur sehr langsam wieder abgibt, kann es passieren, dass durch die Verdunstungskälte dein Körper auskühlt und du zum Beispiel beim Wintersport schneller frierst.

Nur wenn alle Kleidungsschichten funktionell sind, kann die Feuchtigkeit von deinem Körper ungehindert an die Oberfläche der äußeren Kleidungsschicht transportiert werden und dort verdunsten.

 

Pflege

Je nach Artikel kannst du dein Kleidungsstück entweder in die Reinigung geben oder einfach in der Waschmachine waschen.
Wichtig ist, dass du die Kleidung ohne Weichspüler wäschst, da dieser die feinen Poren der Membranen zusetzt und der Artikel dadurch nicht mehr atmen kann.

Am besten nimmst du ein spezielles Waschmittel für Funktionstextilien.

Um die optimale Funktion deiner Kleidung zu erhalten, ist es ratsam nach einiger Zeit deine Oberbekleidung zu imprägnieren. Da Imprägnierungen des Herstellers nach einiger Zeit nachlassen können, saugt sich das Obermaterial schneller mit Wasser voll und braucht länger bis es trocken ist.
Es gibt zwei Verfahren mit denen du diese Imprägnierung auffrischen kannst. Entweder durch aufsprühen (Spray-On Verfahren) oder durch waschen mit dem Imprägniermittel (das sogenannte Wash-In Verfahren).